Über Umwege nach Bergen – Norwegen

Bergen. Bergen in Norwegen. Bergen im Juni und wir. Eine Woche, ein schnuckeliges Airbnb und die Stadt mit dem berühmten Hanseviertel, dem Bryggen, die auch noch als Tor zu Norwegens großen Fjorden gilt. Klingt vielversprechend? Ist es auch. Und doch sind wir nur über Umwege in Bergen gelandet.

Der eigentliche Anlass ist eine Flucht gewesen. Die Flucht vor den Geburtstagsritualen des Münsterlandes. Der Boy ist dieses Jahr stolze 25 geworden und wenn man im ländlichen Münsterland groß geworden ist, gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man muss den Sockenkranz ertragen, oder man ergreift eben die Flucht. Der Herr hat ziemlich schnell beschlossen, dass die Sache mit der Flucht die reizvollerer Alternative ist. Also die Bucket-List gezückt und geschaut was man an einem verlängerten Wochenende abhaken könnte. Die Sache mit der Bucket-List ist aber die, dass man sehr schnell bereits abgehakte Ziele so sehr ins Herz geschlossen hat, dass man manchmal herzlich wenig Lust hat den neuen unbekannten eine Chance zu geben. In unserem Fall ist es Island gewesen. Nach einem zweiwöchigen Aufenthalt 2015 bluten unsere Herzen jedes Mal sobald wir alte Fotos durchstöbern oder jemand anderes diese Schönheit gerade für sich entdeckt. Wir haben also Flüge verglichen, Unterkünfte gecheckt und von ein paar entspannten Tagen in Reykjavik geträumt, an denen wir eigentlich nur von Cafés in den nächsten Bücherladen stolpern und wenn uns die Abenteuerlust überkommt noch ein, zwei Tagesausflüge aus der Stadt heraus unternehmen wollten. Vielleicht ja sogar noch die Gelegenheit nutzen und Wale beobachten. Die Vorstellung gefiel uns gut, sehr gut sogar. Doch wie das so oft ist, es kommt anders als man denkt. Wir fanden kein (bezahlbares) Airbnb, dass uns komplett überzeugte, so dass wir mit den Kosten für die Unterkunft plus Flüge und einem Mietwagen für zwei Tage sehr schnell bei einem Preis lagen, den wir für fünf bis sechs Tage nicht bereit waren auszugeben. So haben wir einen erneuten Ausflug nach Island erstmal in die fernere Zukunft verschoben.

Nachdem wir einige weitere Ideen aufgestellt und wieder verworfen haben, ist uns Bergen in den Sinn gekommen. Norwegen ist immer schon ein Ziel gewesen und da die Zeit für einen echten Roadtrip durch das Land fehlt, warum nicht für ein paar Tage mit einer Stadt anfangen. Aus den paar Tagen ist eine ganze Woche geworden, danke günstige Flugverbindung!

Die raren Sonnenstunden in Bergen genießen & durch die Gassen schlendern.

Vom Flughafen Bergens aus gibt es mehrere Optionen schnell in die Stadt zu kommen. Man kann zum einen den Flybussen nehmen und für umgerechnet ca. elf Euro innerhalb einer halben Stunde im Zentrum sein. Oder man nimmt die super neue und moderne Light Rail, Bergens Straßenbahn, bezahlt nur ungefähr 4 Euro pro Weg und ist quasi genauso schnell am Ziel. Gewohnt haben wir in einem richtig schönen Airbnb, dass eine Studentin untervermietet, am Damsgårdsveien. Von dort aus sind es zu Fuß 20 Minuten ins Stadtzentrum, es fahren aber auch Busse. Oder man leiht sich ein Fahrrad, so haben wir es gemacht. Über Bergen Bysykkel könnt ihr bequem per App an vielen Stationen innerhalb der Stadt Fahrräder ausleihen. Das Ganze kostet euch für einen Tag (24 Stunden Gültigkeit) umgerechnet etwas mehr als fünf Euro. Nutzt ihr den Pass für drei Tage sind es etwas mehr als zehn Euro Die Fahrräder könnt ihr innerhalb dieser 24 Stunden so oft ausleihen wie ihr wollt. Ein Rad könnt ihr dann bis zu 45 Minuten am Stück nutzen, dann müssen sie wieder an der nächsten Station zurückgegeben worden sein. Uns persönlich hat das absolut ausgereicht, so sind wir immer schnell von A nach B gekommen. Man kann damit natürlich keine großen Touren aus der Stadt heraus unternehmen, aber im Zentrum der Stadt gibt es ausreichend Radstationen, so dass ihr überhaupt keinen Stress bekommt, die Räder pünktlich zurückzugeben. Unterschätzt aber Bergen nicht, wir als Flachlandmünsterländer mussten an einigen hügeligen Stellen ganz schön kämpfen.

  Stundenlang die farbenfrohen Häuschen bewundern, eine Kaffeepause machen und dann wieder auf zur nächsten Entdeckungstour.

Wir haben Bergen im Vorhinein gar nicht groß geplant, wir wollten uns einfach ein bisschen von der Stadt treiben lassen, Cafés entdecken und abends auch mal ein Buch lesen, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen, weil noch ein Programmpunkt abgehakt werden müsste.

 

Ein paar Tipps für Dinge die ihr sehen, besuchen oder machen solltet, sind aber doch zusammengekommen:

FOOD & DRINKS

  • Die Bergen Kaffeebrenneri es gibt, soweit ich weiß, zwei Filialen in Bergen, super guter, selbst gerösteter Kaffee, ein für norwegische Verhältnisse günstiges Mittagessen (variierendes Tagesgericht, meist vegetarisch, oft vegan möglich & ZIMTSCHNECKEN!)
  • BarKollektiv eine Bar/ Restaurant in dem man sowohl mittags auf einen kleinen Snack einkehren, als auch abends gut dinieren und sich durch die Cocktailkarte probieren kann. Wir waren nur mittags dort, da wir abends immer selbst gekocht haben. (Aber hallo, die verkaufen Bundaberg Ginger Brew!!)
  • Los Tacos der Name ist ziemlich selbsterklärend, oder? Gehört zwar zu einer Kette, die mehrere Filialen in Norwegen betreibt, zwei davon finden sich in Bergen, aber es gibt vegetarische/vegane Alternativen & Optionen für den Hunger zwischendurch. Burritos Baby!
  • Godt Brød eine Bäckerei, die teilweise auch Bioprodukte anbietet. Auch eine Kette, aber nettes Ambiente und die Zimtschnecken sind gut.

WHAT TO EXPLORE

  • Das Nordnes Sjøbad ein Freibad, das direkt am Atlantik liegt. Liebend gerne wäre ich hier schwimmen gegangen, aber der Eintrittspreis war mit ca. zehn Euro selbst für Norwegen schlicht und einfach zu viel. Wer weiß, vielleicht nächstes Mal.
  • Helleneset ein bei den Einheimischen im Sommer sehr beliebter Badeplatz. Uns war es bei 17 Grad leider zu kalt, um dann wirklich reinzuspringen. Den Badeanzug hatte ich aber schon an, nur das letzte bisschen Mut hat gefehlt. Trotzdem ein schönes Plätzchen, an dem wir unter der Woche ganz alleine waren. Mit dem Bus ist man auch günstig und schnell dort.
  • Das Sandviken Sjøbad ein weiterer Badeplatz, der etwas näher am Zentrum von Bergen ist, als Helleneset. Auch hier, viel zu kalt für uns um reinzuhüpfen. Aber es ist keine Menschenseele da gewesen und wir hatten das wunderbar fotogene Badehäuschen ganz für uns.
  • Gamle Bergen Museum ein Freilichtmuseum, in dem man das (rekonstruierte) alte Bergen bestaunen kann. Pluspunkt: liegt direkt am Sandviken Sjøbad und kostet nichts. (Hier bin ich mir leider nicht ganz hundertprozentig sicher, wir sind aber unter der Woche so durchgehuscht, ich glaube es kostet nur, wenn man eine Führung bucht.)
  • Ulriken der höchste von Bergens „Sieben Bergen“. Der Ausblick lohnt sich definitiv! Man hat die Wahl, ob man entweder hochwandert (& auch zurück), oder ob man die Seilbahn nimmt. Die kostet in der Hauptsaison für beide Wege 18 Euro und 11 Euro für einen. Also weitere Option kann man vom Ulriken auch zum Fløyen herunter wandern. Diese Möglichkeit haben wir uns erst offen gehalten, aber leider ist nichts daraus geworden. Auf der Visit Bergen Webseite gibt es aber nähere Infos zu dieser Wanderung.
  • Eine Tour auf dem Fjord hier gibt es so viele Touren zwischen denen man sich entscheiden kann, das man sich erstmal genau überlegen muss, was man machen und vor allem wie viel Geld man investieren möchte. Ich habe euch die, die wir nach Skjerjehamn gemacht haben, verlinkt. Eine der kürzeren und günstigeren Touren, trotzdem haben wir sie sehr genossen. Wir haben auf der Insel Skjerjehamn kurz Halt gemacht und konnten dort Waffeln und ein Getränk genießen, was im Ticketpreis enthalten gewesen ist. Wir fanden die anderen Touren schon relativ teuer, so dass wir uns eine größere Tour lieber für später aufheben, wenn wir (hoffentlich) mal mit dem Bulli in anderen Ecken Norwegens unterwegs sind.

Wir haben, wie ihr den Fotos vielleicht entnehmen könnt, ein paar wirklich schöne Tage in Bergen verbracht und ich freue mich wirklich sehr darauf irgendwann einmal noch mehr von diesem Land zu entdecken.

würde Bergen nicht doch immer wieder seinem Ruf gerecht werden, die Regenhauptstadt Europas zu sein, ich würde direkt herziehen.

  Mt Ulriken. Ich wäre so gerne zum Fløyen hinunter gewandert.

 

Abends, kurz nach elf Uhr. Ein hoch auf die langen norwegischen Tage im Sommer und diese grandiose Dachterrasse, die wir von unserem Airbnb mit benutzen konnten.

 

 

  1. Hi Anna;
    Auch ohne Kommentare werde ich dich das Jahr über in Gedanken bei deinen Reisen und Abenteuern begleiten.
    Ich freu mich das du soviel von deiner Reise mitnehmen kannst, ich freu mich aber auch wenn du wieder vor uns stehst und wir dich herzlich knuddeln können. Ciao Vroni

    Deine Berichte gefallen mir wirklich gut

  2. Liebe Vroni,

    danke schön, dass freut mich wirklich sehr. Ich genieße die Zeit hier und in Gedanken seid ihr auch immer mit dabei! Genauso freue ich mich aber auch immer auf den Tag, an dem ich euch alle wieder in die Arme schließen kann!

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