oh Island – Traveldiary Part I

Island // Part I Reykjavik, Thingvellir Nationalpark & Snæfellsnes

 

Januar 2014. „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ startet in den deutschen Kinos. Ich kann gar nicht mehr genau sagen was mich in den Film gelockt hat, aber spätestens während des Films war ich schockverliebt. Zum einen in den Film selbst, der wie ich finde, sehr gelungen ist. Zum anderen aber vor allem in eines der Länder, dass Walter Mitty auf seiner Filmreise entdeckt: Island. Das kleine Land dort oben, kurz vor dem Polarkreis. Alleine der Gedanke an dieses Fleckchen Erde löste hemmungsloses Fernweh in mir aus. Verliebt in die skandinavischen Länder war ich schon länger, bis dato konnte ich aber nur Schweden, Dänemark und Norwegen auf meiner Liste abhaken. Durch Walter Mitty war der Drang groß, Island zu meinem dritten skandinavischen Reiseziel zu machen. Ich stieß im Internet auf Blogs und bei Instagram auf Bilder, die die eindrucksvolle raue Schönheit der Insel einfingen. All dies stachelte mich nur noch mehr an einen Flug zu buchen und Island auf eigene Faust zu erkunden. Und auch, um herauszufinden, ob der ganze Hype berechtigt ist.

Warten musste ich dann aber doch noch über ein Jahr. Aus der ersten geplanten Reise im Spätsommer 2014 wurde nichts, da wir aufgrund von Krankheit tatsächlich die Flüge stornieren mussten.
Weil der erste Versuch geplatzt war, nahmen wir uns im August 2015 dann zwei Wochen Zeit Island zu bereisen. Auch wenn zwei Wochen jetzt erst einmal lang klingen, für Island ist das definitiv nicht ausreichend. Wie kann ein begrenzter Zeitraum auch ausreichend sein, wenn man in das Reiseziel schon vorab verliebt ist?

Für uns stand ziemlich schnell die Option eines eigenen Mietwagens fest. Wir sind es gewohnt mit dem Auto unabhängig zu reisen und da anzuhalten, wo es uns gefällt. Das Roadtripfeeling wollten wir uns auch auf Island nicht nehmen lassen. In dem Wissen ein Auto zu haben, nahmen wir uns nach einigen Recherchen vor, die ganze Ringroute inklusive der Westfjorde abzufahren. Einmal um die Insel, immer an der Küste entlang.

 

Im ersten Teil des Traveldiarys findet ihr Eindrücke zu unserem zweitägigen Aufenthalt in Reykjavik, einem Stopp im Thingvellir Nationalpark sowie dem Abstecher auf die Halbinsel Snæfellsnes. Nach und nach werde ich hier die weiteren Etappen unserer Rundreise mit euch teilen, abschließend wird es einen Post zur genauen Route, Mietwagen und Hostels geben.

Reykjavik – gemütliche Hauptstadt

Reykjavik, Islands Hauptstadt, am südwestlichen Zipfel der Insel gelegen, ist eine charmante europäische Hauptstadt. Diese Tatsache musste ich mir allerdings mehrmals wieder in Gedanken rufen, als wir bei strömenden Regen durch die Straßen geschlendert sind. Denn Reykjavik hat knappe 120.000 Einwohner (fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung Islands) und wirkt dementsprechend gemütlich. Als Wahl-Münsteranerin (zum Vergleich: Münster hat rund 300.000 Einwohner) kam mir Reykjavik dementsprechend nicht wie die typische europäische Hauptstadt vor. Münster ist ja schon nicht riesig.

Das Alles tut der Atmosphäre und der ganz eigenen Schönheit dieser Stadt am Atlantik aber keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil: Reykjavik ist entspannter, entschleunigter. Kleiner eben, auf das Wichtigste runtergebrochen. Die vielen kleinen Cafés und Lädchen wirken einladend und gemütlich. Diese Stadt verlockt dazu innezuhalten, der kalten Luft zu entfliehen und hineinzugehen. Einen Kaffee oder eine große Tasse Tee zu trinken und zu genießen. Leider ist uns ein trockener und sonniger Aufenthalt in Reykjavik versagt geblieben, aber wir haben das Beste daraus gemacht. Regenjacke an, Kapuze tief ins Gesicht gezogen und los. Die Kamera haben wir aufgrund der Wetterverhältnisse leider nicht so oft wie gewollt herausholen können, aber ein paar Fotos waren dann doch drin. Die Harpa, das Konzerthaus in Reykjavik, ist übrigens auch ein perfekter Ort, um sich aufzuwärmen.

 

 Thingvellir Nationalpark

Der Thingvellir Nationalpark war am zweiten Tag unser Islandreise der erste Stopp in Reykjaviks Hinterland. Nachdem wir in der Stadt noch ein paar Besorgungen gemacht und den Mietwagen abgeholt haben, sind wir die rund 40 Kilometer nordöstlich ins Landesinnere gefahren. Da der Nationalpark auch zur Golden Circle Tour gehört, ist es oft sehr voll. Vor allem rund um die Informationszentren im Park. Doch wir hatten Glück und es waren nicht allzu viele Leute unterwegs.

Die Golden Circle Tour ist übrigens eine Rundtour, bei der man innerhalb eines Tages drei der bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Südwesten Islands abklappern kann. Unter anderem gehört der Wasserfall Gullfoss und auch der große Geysir, sowie sein zuverlässig ausbrechender kleiner Bruder, der Strokkur, zur Route. Die Nähe dieser Naturschauspiele zur Hauptstadt macht den Golden Circle sehr beliebt, so dass es jede Menge Tourenanbieter gibt, die die Touristen dann in großen Bussen von Attraktion zu Attraktion transportieren. Von daher kommt es nicht selten vor, dass diese Sehenswürdigkeiten zur Hauptreisezeit geradezu überbevölkert sind. Ich kann euch also nur wärmstens ans Herz legen mit dem eigenen Mietwagen unterwegs zu sein und vielleicht sogar in der Nebensaison zu fliegen. Das passte bei uns zeitlich leider nicht, aber wir würden gerne im Winter nochmal hin. Mal schauen wann das klappt.

Bevor wir nach dem Nationalpark ins Hostel gefahren sind, haben wir noch einen kleinen Umweg über den Hraunfossar gemacht. Der Umweg hat sich beim Anblick des Wasserfalls mehr als gelohnt.

Snæfellsnes & Arnarstapi

Als nächster Punkt stand die Halbinsel Snæfellsnes auf dem Plan. Inklusive des Küstendorfes Arnarstapi, mit dem wohl meist fotografierten Haus Islands, zumindest gefühlt. Wie so oft in Island ist hier schon der Weg das Ziel. Rechts der Straße reihen sich die Berge in den unterschiedlichsten Farben aneinander, die vielen Wasserfälle kann man irgendwann gar nicht mehr zählen und auf der linken Seite begleitet der atlantische Ozean. Ein Abstecher von der Ringstraße, der sich definitiv lohnt.

Island hat uns schon in den ersten drei Tagen komplett überzeugt. Stundenlang stand uns vor lauter Staunen der Mund offen, die Kamera wurde quasi nie aus der Hand gelegt. Die Fotos können hoffentlich einen Eindruck vermitteln, dass die Sache mit der Überzeugung nicht allzu schwer gewesen ist.

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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