Der Sonne hinterher & Kitesurfen – eine Premiere.

Im späten Sommer 2016, der für Münsters Verhältnisse seinem Namen alle Ehre gemacht hat, haben wir bei strahlendem Sonnenschein unsere Koffer für zwei Wochen Fuerteventura gepackt. Zwei Wochen in denen wir die zweitgrößte Insel der Kanaren erkunden, aber vor allem auch dem Kitesurfen nachgehen wollten. Ich als blutiger Anfänger, der Herr als Wiederholungstäter.Mit der untergehenden Sonne am Strand von Costa Calma tanzen.

Abflug ab Düsseldorf an einem frühen Sonntagmorgen. Da wir über Madrid geflogen sind, waren wir ca. sechs Stunden unterwegs, in der Regel sind es aber nur etwas mehr als vier. (Ich verreise am liebsten mit dem Zug, wenn es nicht anders geht mit dem Auto. Für viele Traumziele, die wir alle haben, muss es nun mal manchmal das Flugzeug sein. Auf www.atmosfair.de könnt ihr die CO₂ Emissionen eures Fluges berechnen, vergleichen, aber vor allem mit einer Spende, die Klimaschutzprojekten zu Gute kommt, ausgleichen.)

Wie so oft, beziehungsweise eigentlich immer, haben wir unsere Unterkunft vorher über Airbnb gebucht. Da wir mit zwei Freunden unterwegs waren, die ebenfalls große Freunde vom Kiten sind, haben wir ein Appartement in Costa Calma ausgewählt. Von unserer Wohnung waren es so nur zehn Autominuten zur Lagune der Playa de Suvento.  Die bietet nämlich für Kitesurfer aller Level ideale Bedingungen. (Glaubt mir, ich habe bisher nie wieder so „angenehm“ kiten können. Maximal hüfttiefes, warmes, klares und sauberes Wasser.)

Costa Calma liegt am Beginn der Halbinsel Jandía, dem südlichen Teil von Fuerteventura. Es ist ein sehr touristischer Ort, der durch seine Lage direkt entlang der Küste sehr langgezogen ist. Von unserem Appartement aus waren es allerdings nur drei Minuten zu Fuß bis an den Strand, das hat für diesen typischen Touristenort meistens entschädigt. Erwartet aber keinen einsamen, kilometerlangen und riesig breiten Strand, den findet ihr hier (leider) nicht. Versteht mich nicht falsch, mir war das vorher durchaus bewusst, wir haben uns trotzdem für Costa Calma entschieden, da es für unsere Pläne der ideale Ausgangspunkt gewesen ist. Denn für das Kitematerial haben wir so oder so einen Mietwagen benötigt, warum dann nicht auch noch den Rest der Insel erkunden, wenn der Wind mal nicht mitspielt?

Mein Lieblingsplatz im ganzen Ort. Diese Treppe, die direkt an den Strand herunter führt.

Wenn ihr wie ich, gnadenlose Anfänger seid, das Kitesurfen aber unbedingt lernen möchtet, kann ich euch den ION Club auf Fuerteventura  empfehlen. Ich habe hier zwei Mal Unterricht (jeweils Zwei Zeitstunden) genommen, einmal mit einem spanischen und einmal mit einem deutschen Lehrer. Man hat die Basics relativ schnell raus und ich habe mich rundum wohl gefühlt. Wenn der Wind mal fehlt, oder nicht ausreicht, kann man die Stunden einfach verschieben. Sollte der Aufenthalt hierfür nicht mehr reichen, bekommt man das Geld zurück erstattet oder kann sich einen Gutschein ausstellen lassen. Ich war in jedem Fall zufrieden.

In jedem Fall ist man aber auch nach vier Stunden Unterricht kein Profi. Auch beim Kiten ist es wie bei allen anderen Dingen, es heißt am Anfang üben, üben, üben und nochmal üben. Den Wasserstart versauen, Wasser schlucken, aufstehen und von neuem beginnen und dabei nie den Kite aus den Augen verlieren. Für dieses Prozedere braucht man aber nicht mehr zwingend einen Lehrer an seiner Seite, so bald man sich einigermaßen sicher fühlt. Aus diesem Grund habe ich (und da ich mit drei Leuten unterwegs gewesen bin, die einiges an Erfahrung mitgebracht haben) für vier weitere Tage Material ausgeliehen und wir sind auf eigene Faust losgezogen. Im Gegensatz zu den meisten Schulen, die vor dem Verleih von Kitematerial den Nachweis der Kitesurfing Licence, inklusive eines gewissen eingetragenen Levels (das variiert von Schule zu Schule, oft liegt es bei Level 3 oder 4. Informationen zur Licence und den Leveln: VDWS International )einfordern, haben wir einen Shop gefunden der auch uns vieren Material ausgeliehen hat, obwohl ich eben als einzige keine Licence vorlegen konnte. Jetzt stellt sich berechtigterweise die Frage, warum ich denn Material ausgeliehen habe, obwohl ich keine offizielle Licence habe, denn diese sorgt ja vor allem für ein gewisses Maß an Sicherheit, damit nicht jeder direkt mit einem Kite aufs offene Meer hinaus surft und dient auch meinem eigenem Schutz. Ganz ehrlich? Es ist einfach günstiger, selbst zu üben, bis man einige Level nachweisen kann, als hierfür Stunden zu nehmen. Für jeden Level muss eine Teilprüfung abgelegt werden, damit dieser in der Licence eingetragen wird. Da ich nun schon viel geübt habe, kann ich beim nächsten Mal, wenn sich die Gelegenheit bietet (ich setze hier ganz stark auf Neuseeland), nochmal ein paar Unterrichtsstunden in einer Schule nehmen und dann direkt eine Prüfung für Level 4 ablegen. So habe ich einiges an Stunden gespart, sowie auch die Kosten für die jeweiligen Teilprüfungen. Kitesurfen ist ganz sicher nicht der günstigste Sport, deswegen lohnt es sich, ab und zu zu vergleichen, nach Alternativen zu schauen und selbst zu üben. Das alles unter dem Hinweis, dass es auch vollkommen in Ordnung ist, wenn sich komplett von einem Lehrer begleiten lässt. Kiten ist eine Sportart, die man im Wasser betreibt, in den meisten Fällen auf dem Meer. Dieses Element in Kombination mit dem Wind, sind Faktoren die man als Anfänger nicht unterschätzen darf. Hätte ich nicht auf Fuerteventura, mit diesen super guten Bedingungen in der Lagune gelernt, wäre ich nicht direkt alleine losgezogen. Denn die Lagune ist ein im Vergleich geschützter Ort, an dem ich mich sehr sicher gefühlt habe, ohne dass ich Gefahr laufen konnte, aufs offene Meer hinauszutreiben. Hinzukommt dass wir das Material jeweils zu zweit ausgeliehen haben. Eine Person ist also jeweils gefahren, die andere hat beobachtet, Hinweise gegeben und konnte im Zweifel eingreifen.

Ihr möchtet Kitesurfen unbedingt ausprobieren? Ich kann es nur empfehlen, es ist eine wahnsinnig tolle Sportart, der man an vielen Orten der Welt nachgehen kann. Ihr möchtet dafür aber nicht nach Fuerteventura fliegen? Kein Problem! Im Gegensatz zum Wellensurfen ist man insbesondere aus NRW viel viel schneller an Orten, an denen man Kiten kann. Sei es das Ijsselmeer in den Niederlanden, die niederländischen Inseln (oh Texel & Ameland!), die deutsche Nordseeküste oder auch die Region rund um den Ringkøbingfjord an der dänischen Westküste, um hier nur eine kleine Auswahl zu nennen.

Verzeiht mir dass ich keine Bilder vom Kiten selber zeigen kann. Aber gerade an den ersten Tagen sind wir so konzentriert und am Ende so erschöpft gewesen, dass wir uns das Fotografieren gespart haben. Sowohl unsere Versuche und Bemühungen, als auch die der Fortgeschrittenen und Profis, neben denen wir uns ab und zu dann doch ziemlich klein vorkamen. Aber von nichts kommt nichts, oder ? 🙂

 

Der Herzensmensch in Corralejo. Ein Ort ganz im Norden von Fuerteventura.

Immer wieder das schönste Gefühl. Musik auf den Ohren, Wind und Sonne kitzeln auf der Haut und soviele Eindrücke links und rechts des Weges, dass der Kopf gar keine Pause machen will. Fliesenliebe in Costa Calma

 

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